Liebe Patientin, lieber Patient,
zu einem unverbindlichen Vorgespräch lade ich Sie ein, damit wir uns kennen lernen können.
Damit Sie sich auch auf dieses Gespräch einstellen können, erhalten Sie hier ein paar Informationen von mir dazu.
Ich hoffe Ihnen damit auch ein bisschen das mögliche Lampenfieber zu nehmen.
1. Wozu dient das Vorgespräch?
Es dient in erste Linie dem Kennenlernen. Dabei können Sie bereits etwas über sich und ihre Wünsche und Ziele erzählen und erfahren etwas über meine Arbeitsweise.
Im Anschluss können Sie in Ruhe entscheiden, ob Sie sich eine Zusammenarbeit mit mir vorstellen können.
2. Erhalte ich Hinweise bezogen auf meine Anliegen / Thema / Problem?
Ja, ich kann Ihnen aus meiner Erfahrung erste Hinweise und Informationen darüber geben, wie wir gemeinsam an Ihrem individuellen Thema arbeiten können, und wie Ihr Teil dieser Zusammenarbeit aussieht.
Sie erfahren etwas über meine lernpädagogische Ausrichtung, die „Hilfe zur Selbsthilfe“, die Sie befähigen soll, früher oder später unabhängig von unseren Sitzungen ihre Themen selbst in die Hand zu nehmen, also Lösungen zu finden. Ich kann Ihnen auch eine ungefähre Einschätzung über die Zahl nötiger Sitzungen und Sitzungsintervalle für Sie als Selbstzahler*in geben.
3. Habe ich jede Woche Sitzungen?
Das ist unterschiedlich und hängt natürlich von Ihrer individuellen aktuellen Situation ab. Die wichtigen Zeiträume zwischen unseren Sitzungen können auch einmal etwas länger ausfallen, damit Sie Zeit haben den Sitzungsinhalt zu verarbeiten und praktisch auszuprobieren.
Die „Pausenzeiten“ sind also produktive (Selbst-)Erfahrungs- und Anwendungszeiten von gemeinsam erarbeiteten Erkenntnissen, Lösungswegen und Techniken, die Sie auf dem Weg zu Ihrem Ziel unterstützen.
4. Was erfahre ich über den langfristigen Ausblick?
Wie verzwickt Ihre Situation auch sein mag: Idealerweise entsteht im Laufe der Zeit ein deutlicher roter Faden, der Ihnen Sicherheit und Konzentration auf das Wesentliche ermöglicht, so dass sich unsere Treffen auf einer solchen Basis nach und nach zu einer Art „Finetuning“ entwickeln. Das ist dann der Zeitpunkt, zu dem wir uns immer seltener sehen müssen.
Zunehmende Klarheit über sich selbst und einen souveränen Umgang mit sich und anderen erleben Sie dann als Wachstumsprozess, der Hauptgewinn jeder erfolgreich bewältigten Krise.
5. Wird beim Vorgespräch eine Diagnose gestellt?
Es gibt Krankheiten und Pathologien, die einen so schwerwiegenden Charakter haben, dass sie meine Behandlungsbefugnis als Heilpraktiker für Psychotherapie überschreiten.
Es sind Zustände, die einer ärztlichen Abklärung bedürfen, weil vielleicht zeitweise Medikamente verabreicht werden sollten oder weil Zweifel an der Erhaltung des leiblichen Wohls eines Patienten bestehen.
Wenn ich einen solchen Krankheitswert Ihrer Beschwerden erkenne oder befürchten sollte oder sich während unserer Zusammenarbeit Ihr Zustand dahingehend verschlechtert, werden Sie das rechtzeitig in unserer Zusammenarbeit – ggf. schon im Vorgespräch – von mir erfahren.
In einem solchen Falle darf ich allenfalls auf Ihren Wunsch als Patientin / Patient begleitend zu einem Facharzt behandeln, z. B. eine heilkundlich psychotherapeutische Gesprächstherapie führen, solange zeitgleich ein Facharzt / Psychiater entsprechende Medikamente verschreibt und den Gesundheitszustand überwacht.
Allerdings geht es weder im Vorgespräch noch in meiner Arbeit primär um eine Diagnose, die Sie auf ein Krankheitsbild festlegt. Viele Beschwerden, die das Befinden einschränken sind außerdem psychosozialer Natur, haben also mit Ihrer Beziehung zum Umfeld zu tun. Meiner Auffassung nach „ist“ ein Mensch nicht seine Krankheit, seine Störung oder sein Problem, darum ist es in vielen Fällen hilfreicher, eben gerade nicht unnötig zu „pathologisieren“. Dazu mehr weiter unten.
6. Mit welcher Vorstellung von psychischen Problemen arbeiten Sie denn?
Einfach gesagt:
Im Hinblick auf psychische Einschränkungen und Probleme sind Menschen oft nicht in einem Dauerzustand, sondern gehen meines Erachtens eher durch bestimmte Phasen (manchmal auch durchaus lange aber dennoch temporär).
Die meisten Menschen werden dann, wenn es ihnen nicht gut geht, durch bestimmte, veränderbare (!), meist unbewusste Verhaltens-, Denk- und Fühlmuster beeinträchtigt. Das kann man sich wie eine unbewusste Selbstsabotage vorstellen.
Diese Muster können „dingfest“ gemacht werden und den bereits ebenso vorhandenen hilfreichen („gesunden“) Qualitäten und Eigenheiten, Wahrnehmungen und Fühlweisen gegenübergestellt werden. Zudem kann auch ein ganz neues Verhalten trainiert werden.
Es ist also wichtig zu wissen, dass ein großer Teil von uns weiterhin mit einer Unzahl an Fähigkeiten, Ressourcen und Potenzialen bestückt ist, die uns mit der nötigen Unterstützung und Begleitung schrittweise zur Lösung befähigen können, sobald diese uns bewusst werden.
Wenn wir uns also selbst besser kennen (das Ziel von Therapie), erkennen wir nicht nur Ursachen von Selbstsabotage, sondern werden uns auch des Guten in uns selbst – unserer Möglichkeiten und Stärken – gewahr.
Auf diese Weise gewinnen zunehmend an Einfluss und Selbstwirksamkeit im Leben, kommen aus den Extremen in unsere Mitte und gewinnen auch Wert und Würde zurück.
7. Was steht als Ziel im Vordergrund einer heilkundlichen Psychotherapie?
Hier stehen immer eine größere Ganzheit und Ausgewogenheit des seelischen Lebens eines Menschen im Vordergrund. Die Therapie soll Ihre Autonomie vergrößern und Ihnen helfen Ihren eigenen Wachstumsprozess wieder selbst in die Hand zu nehmen.
8. Kann ich mein Thema / meine Krise bewältigen ohne mich zu verändern?
Einfach ausgedrückt und dieser Sichtweise gemäß: Probleme sind eigentlich verkleidete Lösungen, die in Form von Herausforderungen auftreten, für die wir noch nicht die richtigen Werkzeuge, Herangehensweisen, Einstellungen und Haltungen entwickelt haben. Das ist das „Gute des Schlechten“ einer Krise, eines Problems, eines Hindernisses.
Wir also werden niemals eine Lebenskrise überwinden, um danach schließlich wieder zur Tagesordnung überzugehen, da wir selbst im Rahmen der Therapie zu einer neuen, größeren Ordnung gefunden haben: Wir haben uns verändert. Diese neue Ordnung gemeinsam zu finden und zuversichtlich und konsequent in diesem Prozess zu bleiben: darin besteht die Aufgabe, bei der ich sie unterstütze und begleite.
Ich hoffe, diese Informationen haben Ihnen einen angemessenen ersten Eindruck im Hinblick auf eine Zusammenarbeit mit mir vermittelt.
Bitte nutzen Sie die Informationen und Ihre Eindrücke gerne, um bei unserem Treffen in diesem Rahmen Ihre eigene Thematik, Ihre weiteren Fragen und Wünsche konkreter anzusprechen zu können.
Herzliche Grüße,
Ihr Alexander Taoussanidis